Die 2. Männermannschaft der SG LVB gewinnt das Nachbarschaftsduell gegen Schleußig mit 4:0. Die Tore für Gelb-Blau erzielten Josua Dannemann, Till Lütkenhorst, Jonas Müller und Kaspar Kliebes. Durch den Erfolg vergrößerte LVB den Abstand auf die Abstiegsplätze zunächst auf elf Punkte.

Missmutig schaute LVB-Trainer Björn Tauer in die Kabine. Es waren noch 45 Minuten bis zum Anpfiff der Partie gegen Schleußig II und in der Umkleide saßen lediglich zehn Spieler. Doch ein paar Minuten später waren auch die fehlenden vier vor Ort. Mit jeweils einer Kiste für das Team sollte die Nachlässigkeit – vor allem mit Blick auf das spätere Ergebnis – jedoch vergessen sein.

Etwas glückliche Führung zur Pause

Der Spielbeginn verlief ähnlich wie die Vorbereitung – nämlich etwas zäh. Die Gelb-Blauen brauchten gut eine Viertelstunde, bis sie in der Partie ankamen. Die Gäste übernahmen zunächst die Kontrolle, ohne jedoch richtig gefährlich zu werden. Schritt für Schritt kämpfte sich LVB ins Spiel und kam vor allem über die rechte Seite zu ersten Gelegenheiten. Nach feiner Einzelleistung von Josua Dannemann konnte Geburtstagskind Nataniel Prange den Abpraller nicht nutzen. 

Wenige Minuten später machte es Josua selbst dann besser. Nach einem Sensationspass von Innenverteidiger Erik Röhner war der lange Außenstürmer dann zur Stelle. Mit seiner Geschwindigkeit, der in dieser Liga kaum jemand etwas entgegen setzen kann, zog er an zwei Gegenspielern vorbei und schloss in die kurze Ecke ab. Die Führung hatte bis dato nicht unbedingt in der Luft gelegen, LVB nahm sie trotzdem gerne mit in die Pause.

Erfahrung soll es richten

Nach der Pause brachte der Coach Oliver Leiste für Tobias Paulus. In Halbzeit 1 hatte Trainer Tauer auf eine im Durchschnitt extrem junge Startformation vertraut. Nun wollte er mit Erfahrung den Sieg über die Zeit bringen. Die Einwechslung von Jonas Müller für Josua ein paar Minuten später kann durchaus als Bestätigung dieser Idee verstanden werden. Denn die beiden Routiniers sollten vorne die Bälle sichern und den jungen Wilden Räume verschaffen, um für die Entscheidung zu sorgen. 

Der Plan ging auf. Schon kurz nach dem Wechsel fiel das 2:0. Kaspar Kliebes setzte sich auf der linken Seite gut durch. Seine Flanke rutschte etwas ab und landete an der Latte. Von dort fiel der Ball genau vor die Füße von Till Lütkenhorst, der aus zwei Metern gar nicht mehr vorbeischießen konnte.

Die verdienteste Gelbe der Saison

Nach einer kurzen Trinkpause drehte LVB dann komplett auf. Zunächst verpasste Jonas nach einer Ecke noch. Während er in dieser Woche im Training einen ähnlichen Ball volley ins Tor genagelt hatte, verzog er nur knapp. Wenige Augenblicke später machte er es besser – und traf nach einem sehenswerten Spielzug und feiner Vorarbeit von Kaspar per Kopf. 3:0 und damit sehr wahrscheinlich die Entscheidung.

Doch LVB hatte noch immer nicht genug. Zwei Minuten vor dem Spielende lief der nächste Angriff, diesmal über rechts. Von dort flankte Erasmus Peltri. Sein Ball segelte, ähnlich wie bei den Versuchen zuvor, halbhoch durch den Strafraum und fand am langen Pfosten Kaspar. Der krönte seine überragende Leistung in Halbzeit 2 mit dem Treffer zum 4:0. Dass er anschließend sein Trikot auszog und Gelb sah, war da nur folgerichtig. “Die verdienteste gelbe Karte der Saison”, kommentierte Oliver trocken. 

Beeindruckend waren in dieser Schlussphase zwei Dinge: Nach vorne ließ LVB nicht locker und kam durch Nicki Prescher fast noch zum 5:0. Und hinten stemmten sich die Verteidiger auch bei 90+4 und vier Toren Führung noch mit allem, was sie hatten, gegen ein Gegentor.

Saisonziel in greifbarer Nähe

So stand am Ende der höchste Saisonsieg der 2. Männer zu Buche. Ein Erfolg, den sich die Mannschaft vor allem mit der Leistung in der 2. Halbzeit verdiente. Mit nun zehn Punkten aus den letzten fünf Spielen, darunter drei Partien ohne Gegentor, haben die LVB-Kicker den Anschluss ans Tabellenmittelfeld hergestellt. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze beträgt elf Punkte, wobei Radefeld noch zwei Partien weniger absolviert hat. In der aktuellen Verfassung dürfte der Klassenerhalt für die Gelb-Blauen jedoch nur noch Formsache sein.