Nach einer verlängerten Winterpause ist die 2. Männermannschaft der SG LVB auf den Platz zurückgekehrt. In der ersten Partie des Jahres setzte sich das Team im Nachholer gegen Leipzig Ost mit 4:3 durch. Die Tore für LVB erzielten Friedemann Poser (3) und Kaspar Kliebes.

„Endlich wieder auf dem Rasen“ – mit diesen Worten betrat einer der Ost-Kicker das Grün an der Neuen Linie. Und die Freude, nach knapp vier Monaten wieder spielen zu dürfen, war allen Beteiligten anzumerken. Bevor es jedoch losging, trafen sich beide Teams am Mittelkreis für eine Gedenkminute. Denn in der Ukraine haben die Menschen derzeit nicht
das Privileg, am Wochenende um Bälle und Punkte kämpfen zu können. Dort sind russische Panzer die Gegner, denn es herrscht Krieg – und das wollten beide Mannschaften bei aller Vorfreude nicht außen vor lassen.

Verdiente LVB-Führung zur Pause

Die Gastgeber kamen dann besser ins Spiel, und durch Friedemann Poser – genannt „Friede“ schon nach sechs Minuten zur verdienten Führung. Anschließend verflachte die Partie etwas, LVB blieb aber gefährlicher. In der 28. Minute erhöhte „Friede“ auf 2:0. Nur fünf Minuten später kam Ost durch Max Bartzsch zum überraschenden Anschluss. Dem Tor voraus ging ein LVB-Fehler im Mittelfeld. Doch noch vor der Pause konnten das Heimteam den alten Abstand wiederherstellen. Kaspar verwandelte einen Freistoß aus gut 25 Metern von halblinks direkt. „Ich dachte eigentlich, dass da noch jemand rankommt“, sagte der Torschütze in der Halbzeit. Doch zum Glück, muss man wohl sagen, war das nicht der Fall und so landete der Ball im langen Eck.

Hervorzuheben ist an dieser Stelle der Einsatz von Luc Seeger. Der 19-Jährige gab als Rechtsverteidiger sein Debüt (Kiste!) für die SG LVB. Insgesamt machte er seine Sache sehr ordentlich und ließ sich auch von den ersten schmerzhaften Erfahrungen im Männerfußball und einer blutigen Nase nicht unterkriegen.

Nach klarer Führung: LVB zittert sich zum Sieg

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Friedemann nach feiner Einzelleistung auf 4:1. Sehr zur Freude der meisten der etwa 30 Zuschauenden. Ein bisschen Frieden in den Köpfen, und drei Mal „Friede“ auf der nicht existenten Anzeigentafel. Die Vorentscheidung schien gefallen.

Doch die Gäste hatten etwas dagegen. Wieder war es Max Bartzsch, der nach einer Flanke von links mit dem Kopf zur Stelle war und 20 Minuten vor dem Ende für sein Team verkürzte. Leipzig Ost warf nun alles nach vorne, LVB schaffte kaum noch Entlastung. Die Partie wurde nickliger, aber keineswegs unfair. Als Richard Grass drei Minuten vor dem Ende zum 3:4 für Ost traf, wurde es noch mal spannend. Doch die Gastgeber brachten den knappen Vorsprung über die Zeit. Und feierten anschließend ausgelassen mit ihren Fans den ersten Heimsieg des Jahres. „Das hat heute richtig Spaß gemacht“, sagte LVB-Spielertrainer Robert Schwarm anschließend. „Und trotz zwei, drei wilder Minuten war das nach der langen Pause eine richtig gute Leistung.“

(Oliver Leiste)