Das erste Punktspiel der neuen Saison fand bei sommerlichen Wetterbedingungen auf dem Rasenplatz an der Neuen Linie statt. Pünktlich wurde das Spiel SG LVB gegen Spielvereinigung Leipzig von der Schiedsrichterin angepfiffen. Und es ging gleich zur Sache. Schon in der 3. Spielminute gelang es René durch einen platzierten, wenn auch nicht stark geschossenen Ball das erste Tor zu schießen. 1:0 für die Gastgeberinnen in Gelb-Blau! Doch dieser Spielstand war nicht von langer Dauer und nur zwei Minuten später gelang den Gästen der Ausgleich. Die Freude war erstmal gedämpft, doch der Kampfgeist beider Teams war entfacht und so entstand ein körperbetontes, kampfstarkes Kräftemessen.

Die Straßenbahnerinnen dominierten über lange Strecken der ersten Halbzeit das Spielgeschehen, waren leider aber vorm Tor nicht erfolgreich. Über gefühlvoll gespielte Bälle in die Tiefe konnte René noch einige Male gut in Szene gesetzt werden, konnte im 1 gegen 1 gegen die gegnerische Torhüterin nicht erneut einnetzen. Das lauf- und zweikampfbetonte Spiel rieb die Spielerinnen beider Teams auf und so wechselte Coach Störmer bereits in der ersten Halbzeit zwei Mal.

Die Kommunikation in den beiden Viererketten gelang den Straßenbahnerinnen zunehmend gut und so konnte die Spielvereinigung mehrfach ins Abseits geschickt werden und ihre Angriffe somit unterbunden werden. Jenny spielte im Tor aufmerksam und aktiv mit, kam teilweise über weite Strecken aus dem Tor und konnte somit auch einige lange Bälle im und außerhalb des Strafraums entschärfen. In der 33. Minute war es dann allerdings erneut soweit und die Spielvereinigung konnte zum 1:2 in Führung gehen. Kurz danach entstand die erste von zwei sehr unangenehmen Situationen des Spiels. Steffi, die bereits einige Male gefoult wurde, bekam von ihrer Gegenspielerin einen Schlag mit der flachen Hand ab, der zwar im Zweikampf zustande kam und laut Schiedsrichterin daher nur „nahe an einer Tätigkeit“ und somit der Roten Karte vorbei ging, dennoch entfachte diese Situation zwischen den Mannschaften erneut den Kampfgeist, der an einigen Stellen die Grenzen der Fairness überschreiten sollte. Die Unruhe, die nach dieser Situation durch erhitzte Gemüter entstand, konnte von der Spielvereinigung erneut genutzt werden und so beendeten die Teams die erste Halbzeit mit einem 1:3-Rückstand für die LVB.

Die zweite Hälfte begann ähnlich wie die erste. Jede Spielerin nahm die Zweikämpfe an und verausgabte sich immer wieder in Laufduellen. Die Abwehrkette unter der erfahrenen Leitung von Dani und Antje in der Innenverteidigung verschob gut und konnte Schnittstellen mit der Außenverteidigung Jessi und Jasmin meist zustellen. Der Spielaufbau gelang den Straßenbahnerinnen jedoch zunehmend schlechter und so kam es, dass der Sturm eher beim Verteidigen half, als dass er nach vorn Akzente setzen konnte.

In der 57. Minute bekam René daher ihre nach zig Sprintduellen verdiente Pause und Alex unterstützte die Mannschaft von nun an auf ihrer bekannten Außenbahn, Coach Störmer stellte also ein wenig um. Quasi direkt nach der Auswechslung kam es zu einer weiteren unschönen Szene. Thaís, die hochmotiviert in einen Zweikampf ging, verschätzte sich im Timing und der Geschwindigkeit des Anlaufens und so rasselte sie mit ihrer Gegenspielerin, beide in hohem Tempo, zusammen. Die gelbe Karte, die sie für diese unglückliche Aktion bekam, ist durchaus vertretbar, leider verletzte sie sich dabei am Knie und fällt die nächsten 2-3 Wochen aus – an dieser Stelle nochmals gute Besserung!

Die Straßenbahnerinnen verloren im Anschluss immer stärker ihre dominierende Rolle im Spielverlauf und reagierten deutlich öfter als sie agierten. So konnte man in der Zentrale einen weiteren Durchbruch der Gegnerinnen nicht verhindern und so stand es in der 64. Minute dann 1:4 für die Spielvereinigung. Nichtsdestotrotz konnte Jenny mit starken Paraden die Gegnerinnen immer wieder ärgern und wuchs mit ihrer Reaktionsschnelligkeit und Sprungkraft im wahrsten Sinne des Wortes über sich hinaus. Man hätte zum Teil denken können, sie sei 40 cm größer und eine wahre Riesin im Tor. Während eines Angriffs der LVB musste sich die Kapitänin Maren nach einem verrückten Foulspiel von ihren geliebten Fußballschuhen verabschieden. Der anschließende Freistoß führte mit kaputtem Schuh aus einer guten Position, rund 25m vor dem Tor, leider nicht zum Erfolg. Mit Tape versorgt konnte der Captain aber problemlos das Spiel ohne größere Probleme beenden. Nicht lange vor dem Ende des Spiels gerieten Jessi und ihre Gegenspielerin im Kopfballduell noch unglücklich aneinander, weshalb zu guter Letzt Thaís mit dieser Gegenspielerin, die sich am Jochbein verletzte, im Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht wurde. Beiden Spielerinnen gute Besserung! Der Rest der Partei verlief weitestgehend unspektakulär und so trennten sich die Teams mit einem 1:4-Endstand.

In der ersten Halbzeit konnten die Straßenbahnerinnen über weite Strecken das Spiel bestimmen. Leider führten wenige Fehler der Mannschaft, effizient genutzt von der Spielvereinigung, zu den drei Gegentoren. Man belohnt sich noch zu wenig für den Einsatz, den das gesamte Team gezeigt hat. In der zweiten Halbzeit waren einige Spielerinnen mit ihren Kräften am Ende, weshalb wenig in den Angriff eingebracht wurde und man den Rückstand nicht aufholen konnte. Grundlegend arbeitet das noch jung zusammenspielende Team immer besser zusammen, Kommunikation und Laufwege werden immer besser aufeinander abgestimmt und die ersten Erfolgserlebnisse sind als Umsetzung von Trainingsinhalten am Spieltag deutlich zu sehen. Am Einsatz und Teamgeist der Mannschaft liegt es jedenfalls nicht, dass man bislang keines der drei Spiele (inklusive Testspiele) für sich entscheiden konnte. Viele der verletzten oder kränkelnden Mitspielerinnen waren auch am Platz und unterstützten die aktiven 11 lautstark, Danke Mädels! Wir sind optimistisch, dass dieses Team im Laufe der Saison immer besser zusammenspielen wird.
Kader: Jenny, Antje, René, Pauline, Maren, Jessi, Steffi, Zoë, Jasmin, Daniela, Ava, Alex, Thaís, Hilde, Julia