Der Berliner Schiedsrichtersprecher Ralf Kisting warnt vor einer weiteren Eskalation auf den Fußballplätzen im Amateurbereich. Er fordert ein sofortiges Umdenken. „Es darf nicht den ersten toten Schiedsrichter in Deutschland geben“ sagte er dem Deutschlandfunk. Gewalt gegen Schiedsrichter sei ein bundesweites Problem. Erst im vergangenen Monat hatten die Schiedsrichter im Saarland gestreikt. Am Wochenende in Berlin. Und Angesichts der zwar noch nicht vollends aufgeklärten Vorfälle am Wochenende beim Spiel des SV Naunhof gegen Blau-Weiß Deutzen (z.B. in der LVZ am 28.10.2019), wonach es zu einem Spielabbruch nach einer Tätlichkeit gegen den Schiedsrichterassistenten gekommen sein soll, stellen wir uns als Abteilungsleitung Fußball der SG LVB e.V. die Frage wer eigentlich noch Schiedsrichter werden möchte?

Zugegebenermaßen kann man das jetzt als polemisch betrachten. Eine „Geldstrafe im unteren Bereich (300,00€ je fehlendem Schiedsrichter)“, so das Urteil, „“. Bei 3 fehlenden Schiedsrichtern und den Verfahrenskosten summiert sich die Summe auf 925,00€. Das ist für unsere Abteilung eine arge finanzielle Zusatzbelastung. Wir erkennen an, dass viele andere Vereine dieselben Herausforderungen haben. Wir wissen um deren Herangehensweisen, Ideen und Vorschläge. Am Ende reduziert sich das aus unserer Sicht in der Stadt auf folgenden Nenner, wer am meisten zahlt, ob eine monatliche Aufwandsentschädigung, ein Handgeld oder mit Sachleistungen wirbt, bekommt den Zuschlag.

Nebenbei seit erwähnt, dass das aus der Sicht der Unparteiischen legitim ist. Wir aber wollen diesen Weg bewusst nicht gehen. Wir schaffen es aber auch nicht aus unseren eigenen Reihen ausreichend Schiedsrichter zu generieren.

Was sollen wir nun tun? Einige Mannschaften aus dem Spielbetrieb des FVSL abmelden? Das würde die Anzahl des zu erbringenden Schiedsrichtersolls verringern. Wir stellen uns aber auch die Frage, was kann der DFB, der SFV und letztlich der FVSL für uns tun? Das immer wiederkehrende Androhen von Verwarngeldern und Strafen ist bekannt. Aber was passiert, wenn auch andere Vereine ihr Soll ebenso Jahr für Jahr nicht erfüllen? Ausschluss aus dem Spielbetrieb? Abschaffung von Abteilungen, Vereinen und schlussendlich Ligen in denen dann keine Mannschaften mehr spielen?

Diese Strafe ist zu hoch und kann auch die Existenz von kleinen Vereinen gefährden oder in eine finanzielle Schieflage bringen. Das schlägt sich dann auch auf alle Bereiche wie z.B. Infrastruktur, Qualifizierung und Ausbildung der Trainer oder ausreichend Materialien nieder. Wir wünschen uns Unterstützung seitens der Verbände bei der Akquise von neuen Schiedsrichtern, einen gemeinsamen Weg aller Akteure mit neuen Ideen zum Schiedsrichterwesen und fordern eine Abschaffung der Strafgelder.