Willkommen an der Neuen Linie, Martin Hammel! Du wirst ab kommender Saison die 1. Frauen in der Landesliga trainieren.

Wie bist du auf die SG aufmerksam geworden?
Ich kannte den Verein natürlich, da ich im Nachwuchs viele Spiele beobachte. Außerdem spielte die 1. Herrenmannschaft in derselben Liga wie die BSG Chemie II (Glückwunsch zum Aufstieg übrigens). Da ich die eine oder andere Spielerin der SG LVB kenne, habe ich in der Rückrunde einige Spiele der Frauenmannschaft verfolgt.

War es eher eine spontane Entscheidung?
Überhaupt nicht. Ich wusste zwar schon länger, dass ein Trainer gesucht wird, habe aber relativ spät gemerkt, dass die Aufgabe für mich in Frage kommt. Die endgültige Entscheidung ist mir ehrlich gesagt auch nicht leicht gefallen. Zum einen, weil mir die Kinder  meiner D-Jugend-Mannschaft ans Herz gewachsen sind, und zum anderen weil Chemie mein absoluter Lieblingsverein ist (*Martin trainierte in der Saison 2017/18 die U13 der BSG Chemie Leipzig). Außerdem verlasse ich mit dem Schritt aufs Großfeld natürlich auch so ein bisschen meine Komfortzone nach sieben Jahren Kleinfeld. Insgesamt ist es aber eine gute Entwicklungsmöglichkeit für mich.

Du hast das Team schon kennengelernt. Was sind deine ersten Eindrücke?
Also erst mal finde ich es bewundernswert, mit welcher Selbstverständlichkeit die Frauen die hohen Anforderungen in der Landesliga sowie Studium, Job und Familie unter einen Hut bringen. Sie haben darüber hinaus auch eine hohe fußballerische Qualität, sind als Team gut organisiert und haben mich total positiv aufgenommen. Ich freue mich also auf die Zusammenarbeit mit ihnen.

Wie sehen deiner Meinung nach die Ziele für die kommende Saison aus?
Ich möchte gerne den Aufwärtstrend fortsetzen, den Ingo und das Team in der Rückrunde hatten. Wir brauchen eine positive Atmosphäre, in der jede Spielerin bereit ist, ihre individuellen Qualitäten für das Team einzubringen. Zudem denke ich, dass mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten auf dem Platz den Frauen gut tut. Außerdem möchte ich die Zusammenarbeit mit der Zweiten Mannschaft intensivieren.

Worauf legst du als Trainer wert?
Es ist mir wichtig, Fehler nicht als Makel sondern als Entwicklungschance zu begreifen. Demnach lege ich im Training vor allem darauf wert, eine positive Lernatmosphäre zu schaffen und gemeinsam mit dem Team geduldig Entscheidungsmöglichkeiten zu erarbeiten, von denen man im Wettkampf profitiert. Außerdem gehören gegenseitiger Respekt und Fair-Play für mich genauso zum Fußball wie eine selbsbewusst-kämpferische Einstellung. Bei aller ernsthaften Arbeit am Detail, soll aber auch der Spaß nicht zu kurz kommen.

Parallel wirst du deine Arbeit am Stützpunkt des DFB fortsetzen. Dort liegt dein Fokus auf der Aus- und Weiterbildung von jungen Talenten. Wie profitierst du möglichweise davon bei deiner Arbeit mit einem Frauenteam?
Es sind zwar zwei völlig unterschiedliche Aufgabenfelder, trotzdem wird es einige Überschneidungen geben. Wir arbeiten am Stützpunkt vor allem an den Basistechniken und individuellen Grundsituationen im 1-gegen-1. Ich denke schon, dass mir das auch in der Arbeit mit der Frauenmannschaft weiterhilft, weil das richtige Verhalten in diesen Situationen die Grundlage für eine erfolgreiche Gruppen- und Mannschaftstaktik ist.

Zum Abschluss: Gib uns eine Fußball-/Lebensweisheit mit auf den Weg.
Ich erspare mir die obligatorischen 5 Euro ins Phrasenschwein und verzichte auf eine Fußballweisheit. Bei Lieblingssprichwörtern/Lebensweisheiten schwanke ich immer zwischen „Pauschalisierungen sind generell falsch!“ und „Anglizismen sind für mich ein No-Go!“.

Vielen Dank fürs Interview und größtmögliche Erfolge mit den SG-Frauen!