Die Vorzeichen standen für die SG-Männer im Wernesgrüner Landespokal nicht schlecht, wurde doch in der 1. Runde ein überzeugender 5:2-Sieg gegen Ligakonkurrent Sermuth eingefahren und ein auf dem Papier unterklassiger Gegner zugelost.

Doch bereits in der Anfangsphase zeigte sich der Trugschluss, dass der Landesklassist gegen den Kreisoberligisten SV Crottendorf seine Position ausspielen kann. Nur schwer kamen die Straßenbahner auf dem ungewohnten Geläuf, einem stumpfen Kunstrasen, in Tritt. So dominierte beim Goretzky-Team unsauberes, unkontrolliertes Aufbauspiel, zudem standen die Hausherren hinten sattelfest. Einige im Ansatz gut aufgezogene Kombinationen wurden nicht konzentriert zu Ende gespielt. Die Crottendorfer hielten weiterhin aggressiv dagegen und versuchten ihr Glück mit langen Bällen sowie Konterangriffen. Und plötzlich ging alles ganz schnell: Ein hoher Ball in den Strafraum, eine unglückliche Aktion des SG-Hüters und der Abwehrreihe, ein Pfiff und das Zeigen auf den Elfmeterpunkt. Den Foulelfmeter verwandelten die Erzgebirgler sicher und stellten auf 1:0 (32.). Die Gäste bemühten sich nun um Ergebniskorrektur und kamen zu Chancen, doch Rosemeier, Malgut und Weinlich vergaben.

Die zweite Hälfte begann mit einer kurzen Drangphase der Gelb-Blauen, die fast durch einen Kopfball von Rosemeier gekrönt wurde – doch wieder knapp daneben. Die Systemumstellung zeigte allerdings insgesamt nur wenig Auswirkungen. Zu selten konnten gefährliche Angriffe kreiert werden. Als negativer Höhepunkt fiel dann noch das 2:0 für den SVC: Ein bereits geklärter Standard kam postwendend zurück, die Abseitsfalle gelang nicht, so dass der Stürmer völlig freistehend einschob – das Heimteam jubelte erneut (52.). Mit zwei Toren Rückstand wurde es für die SG-Herren immer schwieriger. Die „Schockstarre“ dauerte an und es fehlte immer wieder an kreativen Ideen, die Hintermannschaft der Crottendorfer zu überwinden. Bis auf zeitweise Konter der Hausherren passierte schließlich nicht mehr viel und die Pokalbegegnung endete 2:0.

Coach Thomas Goretzky fand nach der Partie klare Worte und sprach von einem „verdienten Sieg für die Gastgeber“; einzig der klassische Spruch, dass „man sich nun auf die Liga konzentrieren kann“, blieb als hoffnungsvolles Fazit.

Aufstellung
Baur – Bunge, Härtel, Wedding (Bittner, 65.), Menkel – Weinlich, Schnabel (C), Walther (Mamedov, 74.), Huck – Rosemeier (Schmiedel, 74.), Malgut