Bei herbstlich-nassem Fußballwetter traten am vergangenen Sonntag lediglich elf Straßenbahnerinnen ihr Heimspiel gegen die BSV Schönau/Eintracht Süd an, da man die zwölfte im Bunde kurzfristig mit zur Unterstützung der ersten Damenmannschaft nach Dresden schickte. Dies und die Information, dass der Gegner mit einigen Spielerinnen aus der ersten Mannschaft und damit aus der Regionalliga zur Verstärkung anrückte, ließ die Mädels nicht ganz kalt, schuf aber eine gemeinschaftliche Kämpfer-Mentalität, die bis zum Abpfiff nicht verloren ging.

Trotz Positionsveränderungen bei der Hälfte der Mannschaft konnte sich die LVB zunächst gut ins Spiel finden und ließ trotz schnellen direkten Spiels der Gegnerinnen wenig Brandgefährliches zu. Bis zur 16. Minute konnte die LVB auch über links ein paar gute Angriffe starten, welche jedoch noch vor dem gegnerischen 16er unterbunden wurden. Jetzt folgten ein paar unglückliche Minuten. Durch zwei Ecken konnte die Eintracht zunächst von rechts und einem Torwartfehler auf nassem Rasen das 0:1 erzielen, und nur Minuten später köpfte Maren Langer beim direkten Abwehrversuch einer Ecke von links den Ball unter die Latte des eigenen Tors. 0:2 in der 19. Minute – zwei Geschenke an den Gegner, das musste nun schnell überwunden werden. Die gute Moral der Mannschaft wurde bereits zwei Minuten später mit der ersten Torchance von Lena Böhme nach Vorarbeit von Maren belohnt. Im Sturm und damit auf ungewohnter Position zeigte Alexandra Heckler viel Biss und leistete überragende Laufarbeit. Sie belohnte sich in der 24. Minute nach gut getimten Pass von Friederike Jonas mit ihrem allerersten Tor in ihrer noch kurzen Fußballkarriere. Gratulation, Alex! Die LVB – beflügelt vom Anschlusstreffer – kämpfte weiter tapfer, unterstütze sich gegenseitig und unterband viele Angriffsversuche. In der 31. Minute war es dann aber soweit und das erste aus dem laufenden Spiel heraus erzielte Tor fiel und besiegelte zugleich den Halbzeitstand von 1:3.

Auch nach der Halbzeitpause gingen die Frauen der LVB mit erhobenem Kopf und starkem Willen auf den Rasen zurück und erarbeiteten sich in den ersten zehn Minuten zwei weitere Torchancen. Ein schöner Ball in die Tiefe fand Stürmerin Alex, die leider im Abschluss scheiterte und auch Maren konnte über die linke Seite kommend den Ball nicht im Netz versenken und lediglich eine Ecke für die LVB holen. Man blieb positiv, sprach viel miteinander und half sich gegenseitig aus, was immer nötiger wurde, da aufgrund mangelnder Wechseloptionen sich einige Spielerinnen angeschlagen weiter verausgabten. Nach einer guten Eingabe über rechts konnten die Gegnerinnen dann in der 62. Minute zum 1:4 erhöhen. Die Straßenbahnerinnen stellten teilweise technisch überlegenen und nach einigen Wechseln auch frischeren Spielerinnen viel Kampfgeist und Willen entgegen und konnten noch einige Angriffe abwehren. Jedoch nicht den Schuss aus der zweiten Reihe in der 81. Minute, der zum 1:5 im Netz der LVB landete. Mit einem lauten „Wir geben nicht auf, wir wollen auch noch ein Tor schießen!“ feuerte Innenverteidigerin Sophie Höllein die Mannschaft an.

Das Team bäumte sich noch einmal auf und konnte ein weiteres Mal über seine linke Seite einen Angriff bis zum Torabschluss führen. Gepusht vom Willen ihres Teams setzte sich die angeschlagene Kapitänin mit letzter Kraft noch einmal im Laufduell durch, scheiterte dann aber mit ihrem nicht mehr ganz so strammen Fernschuss an der Torhüterin. Der Endstand von 1:5 ist ein wenig hoch, wenn man die ersten zwei Tore ins Auge fasst. Der Sieg der Spielgemeinschaft ist an diesem Spieltag jedoch verdient. Trotz der Niederlage ging man nicht mit gesenkten Köpfen vom Platz, sondern mit dem Wissen, nie aufgegeben und alles, was man hatte, gegeben zu haben. Jetzt wird regeneriert und nächsten Sonntag wieder angegriffen.

Kader: Katens, Geister, Höllein, Feistner, Müller, Wagner, Böhme, Landrock, Langer, Heckler, Jonas