SG LVB schlägt Dresden Johannstadt mit 5:1

Ein letztes mal durften die Straßenbahnerinnen in dieser Spielzeit die Fußballschuhe schnüren.

Subtropische Temperaturen, wolkenloser Himmel und ein aufgeheiztes Spielfeld prägten den Rahmen des Nachholspiels.

Die Mannschaft aus Connewitz hatte sich vorgenommen, den leidigen Kunstrasenfluch, der auf dieser Saison lag, zu besiegen. Bis dato glückte der Mannschaft von Trainer Johannes Hanf auf synthetischem Geläuf kein Punktgewinn. Da auch die letzten Spiele allesamt verloren gingen, nahm die Heimmannschaft eine leichte Außenseiterrolle ein gegen den Tabellennachbarn aus Dresden ein, der bei einem schlechteren Torverhältnis drei Punkte Vorsprung auf die Leipzigerinnen vorzuweisen hatte.

Wie in jedem Saisonspiel zuvor durfte auch diesmal eine geänderte Startformation aufs Feld. Anna Ritz, Marlene und Nancy begannen für die nicht anwesenden Dani und Niki. Judith nahm zunächst auf der Bank Platz. Auch aufgrund des zu erwartenden Kräfteverschleisses infolge der hohen Temperaturen nahm man sich vor, geduldig aufzubauen, immer auf der Suche nach Lücken im Zentrum des Spielfeldes. Nach den relativ ausgeglichenen Anfangsminuten übernahm die SG dann auch bald die Spielkontrolle und gab sie in der ersten Hälfte nicht mehr aus der Hand. Die Dreierkette um Sophie, Anna und Susi überzeugte dabei durch kluge Entscheidungen und präzises Passspiel. Da sich Hannah, Katharina und Marlene gut bewegten, konnten die Angriffe fast vollständig über das Zentrum aufgebaut werden und die Straßenbahnerinnen näherten sich so sukzessive dem ersten Tor an.

Nach zwölf Minuten belohnten sich die Connewitzerinnen ein erstes mal. Nach einer Hereingabe von Jenny schaltete Diemut am schnellsten und erzielte die verdiente Führung. Das 2:0 besorgte Anna Ritz 13 Minuten später, ebenfalls aus dem rechten Halbraum vorbereitet. In der 33. Minute erhöhte Hannah mit einem sehenswerten Abschluss aus gut 20 Metern, um schließlich kurz vor der Pause nach einer Ecke den Doppelpack perfekt zu machen.

Hochzufrieden ging es in die Pause. Ein großes Ballbesitzplus und die vielen Tormöglichkeiten, während man gleichzeitig nichts zuließ, sorgten dafür, dass man an der Herangehensweise festhalten konnte. Ohne Wechsel und Umstellungen ging es somit in die zweite Hälfte.

Dersten Minuten nach der Pause zeigte sich Johannstadt agiler im Spiel gegen den Ball, presste hoch und konnte so die Anfangsminuten für sich verbuchen. Die Straßenbahnerinnen stellten sich bald darauf ein und ließ Ball und Gegner wieder laufen. Daran anschließend entwickelte die SG viel Druck, doch der Ball fand den Weg ins Tor nicht mehr. Darüber hinaus bot sich dem Betrachter das gleiche Bild wie in der ersten Hälfte. Die Dresdnerinnen wurden in die Defensive gedrängt, während die Messestädterinnen den Ball klug durch die eigenen Reihen laufen ließen.

Der eingewechselten Simone blieb es dann vorbehalten, nach einer Ecke zwischenzeitlich auf fünf Tore zu erhöhen. Ohne ein in der Entstehung unnötiges Gegentor sollte man aber auch heute nicht bleiben. Mit dem Abpfiff verkürzte Johannstadt durch Anna Salzmann noch auf 1:5.

Unter dem Strich ein hochverdienter Sieg der 1. Frauenmannschaft. Dinge, die man in der Rückrunde so oft vermisst hatte, waren im Überfluss vorhanden. Kommunikation, Passspiel und Bewegungen waren stimmig. So offenbarten die Straßenbahnerinnen ihr Potenzial im letzten Saisonspiel doch noch einmal und zeigten sich so dominant wie sonst nur in der Hinrunde.

Es spielten: Mehlig – Vogel (77. Jakob), Grüll, Mörtlbauer – Ritz, Stöhr (65. Ullmann), Winkler, Liebing (C) (77. Höh) – Wahlers – Prochazka (65. Brüggemann), Meyer

„Nachdem die letzten Spiele der LVB leider durch Niederlagen gezeichnet waren, konnten wir das letzte Pflichtspiel der Saison für uns entscheiden. Bei 30 Grad auf Kunstrasen war jedem klar, dass eine clevere Spielweise und richtiges haushalten der Kräfte wichtig ist. Wir fingen also von Beginn an, konzentriert zu spielen und kontrollierten den Spielverlauf. Durch ein sehr gutes Aufbauspiel, wurden die Offensivspielerinnen immer wieder vor das Gegnerische Tor geschickt, so dass der Endstand von 5:1 definitiv verdient war. Für das letzte Spiel ist das Ergebnis perfekt, aber nun heißt es genauso, sich auf die kommende Saison vorzubereiten.“

Victoria Meyer 

Es ist schön, dass wir die Saison mit einem kleinen Highlight beenden konnten. Nach sechs hinteinander verlorenen Spielen wurde es auch wirklich mal wieder Zeit für einen Sieg. Die Bedingungen für so ein schönes Nachholspiel nach Ablauf der regulären Saison könnten allerdings besser sein. 30 Grad im Schatten; Kunstrasen, dieser eingebettet zwischen zwei Mauern, sodass die Luft bei gefühlten 50 Grad auch wirklich nicht zirkulieren kann. Dazu ist Kindergeplansche vom Freibad nebenan zu hören…super. Ob nun die Hitze oder unsere fußballerischen Qualitäten uns dazu brachten, eher den Ball und Gegner, anstatt uns selbst laufen zu lassen, sei dahingestellt. Vielleicht war es aber auch der Wille, einen versöhnlichen Abschluss für diese aufregende und haarsträubende Saison zu finden. Dass der Sieg dann auch noch so hoch ausfällt, ist natürlich ein schönes Schmankerl obendrauf.“

Anna Grüll