Die wieder ohne Stammtorhüter Christian Kaiser aufgelaufene Herren I verliert in Lindenau das zweite Auswärtsspiel in Folge mit 2:3 (1:1). Normalform konnten dabei nur wenige Spieler erreichen. Dabei hatte alles mit einem Volltreffer Marke „Tor des Monats“ begonnen. Bereits nach drei Minuten nahm sich Weinlich die Kugel an der Mittellinie, lief einige Meter und schoss (oder flankte) den Ball scharf in Richtung Gegnergehäuse. Dort machte der Torwart ein paar Schritte nach vorne, ein paar zurück und schon schlug der Ball im oberen Eck ein – klassisch verschätzt. Die SG kam also bestens ins Spiel, war aber bei langen Bällen der Lindenauer – ihr meist eingesetztes Mittel – gewarnt. Die schnellen Spitzen und Außen der Heimmannschaft wurden dadurch gefährlich. So auch in der 25. Minute, als Weinlich Kopf und Kragen riskierte und den Ball auf der Torlinie für den geschlagenen Torwart klärte. Durchpusten war angesagt, dennoch verbuchten die Hausherren noch vor der Pause das 1:1 (35.). Nach einem unnötigen Freistoß flog der Ball an fast allen Spielern vorbei in Richtung langer Pfosten; dort bedankte sich der alleinstehende Stürmer und nickte wuchtig ein.

Der Pausentee schmeckte danach nicht wirklich. Im zweiten Abschnitt waren die Gäste von der Neuen Linie zwar spielbestimmend, Zählbares kam aber nur selten heraus. Zu oft ging es auf dem großen und breiten Platz durch die Mitte statt über die Außenspieler. Bis sich Kapitän Schnabel nach einer Ecke von Malgut ein Herz fasste und die abgewehrte Eingabe volley ins rechte Eck beförderte (68.). Erneut ein Traumtor … mit wenig Wert. Denn nur fünf Minuten später war es erneut ein Standard, der die SG überraschte. Das 2:2 fiel dabei wieder über einen nicht eng genug gedeckten Lindenauer per Kopf. Nun ja, man sollte daraus lernen. Doch es kam noch härter für die zweimal in Führung liegenden LVB-Herren. Zehn Minuten vor dem Ende konnte ein Ball vor dem eigenen 16-er nicht geklärt werden, obwohl drei Gelb-Blaue direkt daneben standen. Die Strafe lautete: 3:2 durch einen abgefälschten Schuss, der sich unhaltbar ins Tor senkte. Punkte waren somit Fehlanzeige, obwohl einer verdient gewesen wäre.

Aufstellung
Huck – Bunge (Hoffmann, 57.), Rosemeier, Fischer, Weinlich – Köhler (Kästner, 83.), Schnabel (C), Bernhardt, Malgut – Rezga (Eckel, 72.), Poser