SG LVB verliert auswärts 0:6

Zwei Absagen am Wochenende hatten die akuten Personalprobleme weiter verschärft. Da zudem mehrere Spielerinnen unter der Woche ohne Training auskommen mussten, ließen lediglich die ansprechende Leistung aus dem Hinspiel sowie die Tatsache, dass es sich um das letzte Spiel vor der ersehnten Winterpause handelte, optimistisch stimmen.

Von Beginn an zwang der Druck der Bischofswerderannerinnen die LVB in die eigene Hälfte. Zwar konnten die Diagonalbälle der Hausherinnen weitestgehend kontrolliert werden, doch vor allem im Zentrum hatten die Straßenbahneinnen Probleme, Zugriff herzustellen. Das aggressive Pressing der Heimmannschaft erstickte darüber hinaus die Aufbaubemühungen der Gäste. Wurde das Pressing dann aber mal überspielt, sorgte die mangelnde Präzision im Angriffsdrittel meist für unmittelbare Ballverluste und gefährliche Konter. So entwickelte sich zunächst eine äußerst einseitige Partie. Da die neuformierten Abwehrkette um Hannah, Susi, Helena, Dani und Isa zunächst noch mit Abstimmungsproblemen zu kämpfen hatten, kamen die Bischofswerderannerinnen auch zwangsläufig zu Abschlüssen.

Nach dem verdienten 2:0 erfolgte seitens der LVB eine Umstellung auf das aus dem Hinspiel bewährte 4-3-2-1. Helena nahm dabei die Sechser-Position zwischen Helen und Anna ein. Dies hatte eine merkliche Stabilisierung zur Folge ohne dabei allerdings zwingend in den Offensivbemühungen zu werden. Zwar kamen die Straßenbahnerinnen vor dem Halbzeitpfiff noch zu zwei guten Möglichkeiten durch Ilse und Annabel. Allerdings wurden diese allzu leichtfertig vergeben.

Für die zweite Hälfte nahm sich die SG vor, mindestens noch einen Punkt mitzunehmen, was sich am Ende als zu ambitioniert herausstellen sollte. Zuungunsten der Stabilität wurde auf Durchschlagskraft auf den Flügeln gesetzt, die über Diagonalverlagerungen in Szene gesetzt werden sollten. Da diese Seitenwechsel jedoch nie angebracht wurden, dazu in der gesamten zweiten Hälfte nur ein einziger zweiter Ball erobert werden konnte, war die Überlegenheit der Heimmannschaft in der zweiten Halbzeit noch offensichtlicher. Ohne jegliche Entlastung befand sich die Defensive um Torfrau Nancy der LVB unter Dauerstress, löste ihre Aufgabe dennoch ansprechend. Nach dem Doppelschlag zum 0:4 merkte man den Gästen den fehlenden Glauben an eine Kehrtwende an, sodass sich infolge des unzureichenden Umschaltverhaltens immer größere Lücken zwischen den Mannschaftsteilen auftaten. Mit einem erneuten Doppelschlag der Heimmannschaft endete dann die turbulente erste Hälfte des Spieljahres 2016/2017 mit einer auch in dieser Höhe verdienten Niederlage.

Es spielten:

Mehlig – Wahlers, Schuppener, Nagel, Vogel, Abele – Ritz, Theißen – Vogg – Feistner, Feld

„An diesem Nachmittag waren wir in der Summe ohne Chance auf einen Punktgewinn. Der Versuch nach der Halbzeit das Ruder noch herumzureißen ging klar daneben. Dass ein Großteil der Spielerinnen eine, zum Teil zwei Wochen ohne Training war greift allerdings als Begründung für die gezeigte Leistung viel zu kurz. Die fehlende Genauigkeit im Passpiel auf Kunstrasen wie auch das Umschaltverhalten in Halbzeit Zwei waren zum Teil erschreckend.

Es gilt nun, die Winterpause zu nutzen, um sich personell zu konsolidieren, neues Personal an die Mannschaft heranzuführen und die Spielprinzipien, die uns zeitweilig ausgezeichnet und stark gemacht haben, im Training wieder verstärkt herauszuarbeiten und vor allem anschließend auch wieder auf den Platz zu bringen.“

Johannes Hanf