Gewinner waren nach dem Spiel zum einen die Mannschaft der Einheit Leipzig Ost und zum anderen die doch zahlreich anwesenden Zuschauer. Neun Tore gab es in dem Derby, das man als emotionale Achterbahnfahrt beschreiben kann. Die LVB, man ist es ja mittlerweile gewohnt, war wieder mit einer neuen Abwehr angereist und Spieler Hendrik Kleeberg musste als Notvariante ins Tor. Hendrik- danke.

Die LVB wollte erstmal Beton anrühren, um viele Gegentore wie in den letzten Spielen zu verhindern. Erstmal die Null halten und dann ins Spiel finden. Das klappte genau 12 Minuten, da fiel das erste Tor der Gastgeber durch Peter Thiel. Der ca. 1,75 Meter Mann traf mit Köpfchen. Kurz darauf erhöhte die Elo auf 2:0. Das was sich die LVB vorgenommen hatte, war also damit früh gescheitert. Was ging offensiv bei der LVB? Zusammengefasst kann man sagen: Es  war zu erkennen, dass es spielerisch besser aussah, als bei den letzten Spielen. Die großen Chancen gab es allerdings noch nicht. Kurz vor der Pause dann leider wieder so ein kompletter Aussetzer bei der LVB. Ein Freistoß in der eigenen Hälfte wird vertändelt, das Geschenk nahm die Elo an- 3:0.

Es drohte das langweiligste LEIPZIG – SÜD Derby aller Zeiten. Tatsächlich wurde es aber eines der aufregendsten. Die LVB war nach der Pause plötzlich besser im Spiel. Der Ball wurde laufen gelassen, die einfachen Pässe gespielt. In der 55. Minute setzte sich Martin Goller auf der linken Seite durch. Der Linksfuß flankte in den Strafraum, Lemke ist mit dem Kopf zur Stelle- 3:1. Es war der Beginn einer gigantischen Aufholjagd. Die LVB kam immer besser ins Spiel, die ELO dagegen wirkte plötzlich verunsichert. Es folgten die Minuten des LVB Stürmers Thomas Kühn. Zunächst stellte der Spieler mit der Rückennummer 13 mit einem herrlichen Schuss auf 3:2 und kurz darauf in der 65. Minute spitzelte er die Kugel zum 3:3 ins Netz. Unfassbar!!!!! Die LVB war wieder voll im Match- die ELO dagegen am Boden. Zunächst atmete die LVB etwas durch.  Man rechnete mit einer Gegenoffensive der ELO, aber die kam nicht und so spürte die Mannschaft, das an diesem Tag sogar noch mehr drin ist. In der 72. Minute war es dann LVB Kapitän Jörg Pöhler, der aus 17 Metern den Ball ins Tor der ELO versenkte. Gibt`s denn so was? Was für eine Leistung der Mannschaft. Was für die große Sensation letztendlich fehlte, waren 11 Minuten ohne Gegentor. Thomas Kühn hätte noch zum Matchwinner werden können, wenn er seine große Chance zum 5:3 genutzt hätte. Stattdessen drehte sich das Spiel noch einmal. Die LVB versuchte auf Abseits zu spielen, um die schnellen offensiven Mittelfeldspieler  und Stürmer der ELO ins Leere laufen zu lassen. Das dies die falsche Entscheidung war, stellte sich schnell heraus. Durch den 4:4 Ausgleich fasste die ELO wieder Mut, ob Abseits oder nicht, letztendlich ist das egal. Wer sich im AH – Fußball auf diesen schmalen Grad begibt, muss damit rechnen das Abseitssituationen eben nicht gepfiffen werden. Es fehlen Linienrichter um immer alles richtig zu entscheiden und selbst wenn die da wären, gäbe es dennoch Fehlentscheidungen. Vielleicht wäre es besser gewesen auf eine Spitze umzustellen, ja vielleicht aber um das zu erkennen bräuchte die LVB einen Trainer an der Linie. Karsten Halbauer hat ein klasse Spiel gemacht, dort wird er auch gebraucht wird. Wer soll aus dem Spiel heraus, gerade wenn es so heiß hergeht, noch einen klaren Kopf für taktische Anweisungen behalten. Es ist halt wie es ist. Das 5:4 der ELO war dann natürlich der Todesstoß für die Gäste. Obwohl sich die LVB  trotz allem weiter offensiv Chancen erarbeitete. Es fehlte dann aber das Glück und die Kraft, um das Spiel noch einmal auf Unentschieden zu stellen. Das hätten sich die Gäste mindestens verdient gehabt. LVB- Verteidiger Imre Kiss bekam kurz vor Schluss noch die gelbe/ rote Karte. Er wird damit beim Rückrundenstart gegen die Spielvereinigung fehlen.

In der Tabelle ist die LVB weiter im freien Fall, aber diese 2. Halbzeit sollte der Mannschaft genügend Mut für das letzte Pflichtspiel im Kalenderjahr 2014 geben. Auf geht’s.